Esther Kinsky
Schiefern - Gedichte

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Erschienen: 23.03.2020
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42921-1

Inhalt

Schiefer, dem vielgestaltigen, wandlungsf?higen Sedimentgestein, und den Slate Islands, einem kleinen Archipel vor der Westküste Schottlands, ist Esther Kinskys neues Buch gewidmet. Jahrhundertelang wurde auf jenen zu den Inneren Hebriden geh?renden Inseln Schiefer abgebaut, und tief gepr?gt sind sie von der vor vielen Jahrzehnten schon aufgegebenen Intensivindustrie, die eine bizarre Landschaft der Trümmer und gefluteten Steinbrüche hinterlassen hat.

Die Gedichte und kurzen Prosatexte dieses dreiteiligen Bandes erkunden Fragen der geologischen Frühgeschichte und der Definitionen des metamorphischen Gesteins der Inseln, widmen sich der Flora und den V?geln in einer Gegend der Unwirtlichkeit und streifen, ausgehend von einem alten Schulfoto, die Geschichte der in die harte Arbeit des Schieferabbaus eingebundenen Menschen. Parallel zu den Natur- und Geschichtserkundungen setzen sich die Texte mit der menschlichen Erinnerung auseinander, die ein ?hnlicher ?Metamorphit? ist wie der Schiefer, ein Schichtwerk in Bewegung, unvorhersehbaren und schwer nachvollziehbaren Wandlungen unterworfen.

Aus dem Buch

verstreut im scherbichten gel?nde
mutma?ungssplei?e
kein hundshecheln kein f?hrtenwittern
der zeit kommt man auch so auf die spur
durchs streifen über vollzogene frakturen
mit m??ig verhornter fingerkuppe

Pressestimmen

»Wie Kinsky diese erosiven Kräfte auch auf ihre Sprache wirken lässt, ist bisweilen grandios. Die brüchigen Kanten des Schiefers gleichen dann den Versen und der Prosa, die ›geborsten, gesplittert, geschuppt‹ daherkommt.«

Wolfgang Hottner, Süddeutsche Zeitung

»Bravourös legt Esther Kinsky mit Schiefern eine mit allen sprachlichen Wassern gewaschene Naturlyrik vor, die beweist, daß sie durchaus auch biographische Momente aufnehmen kann, formal komplex und vielfältig, phonetisch geschliffen und ausgeklügelt, gespickt mit Neologismen und Fachvokabular, dabei jedoch nicht abgehoben, sondern sehr tellurisch, ›mit beiden Füßen auf dem Boden‹, gefühlvoll und doch stets mit nüchternem Beobachterblick. Das ist Dichtung vom Allerfeinsten und ein rarer Hochmoment von intellektuellem Genuß.«

Jürgen Br?can, Fixpoetry

»Dichtung ist Schichtung; sie wird kenntlich als Sedimentierung der Sprache ... Eine Wiederverzauberung.«

Marie Luise Knott, Perlentaucher.de

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